Landsat 7: Multispektral-Aufnahme

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Der ETM+ von Landsat misst die Strahlung, die von den verschiedenartigen Anteilen der Erdoberfläche reflektiert wird. Quelle dieser Strahlung ist das Sonnenlicht, das nicht nur aus dem Spektrum des sichtbaren Lichts besteht, sondern auch aus ultravioletten und infraroten Spektralanteilen. Auf dem Weg durch die Atmosphäre wird allerdings ein Teil dieser Strahlung verschluckt (zum Beispiel im ultravioletten Bereich). So ergeben sich "Fenster" mit besonderer Durchlässigkeit.

Der ETM+ nimmt nicht die gesamte Strahlung gleichzeitig auf, sondern getrennt nach sogenannten Bändern (d.h. im Multispektralverfahren). Dabei "nutzt" er die "Fenster" im sichtbaren und infraroten Spektralbereich, die vielfältige Rückschlüsse auf die Eigenschaften der Erdoberfläche erlauben.

Das Multispektralverfahren ermöglicht genauere Informationen, da unterschiedliche Oberflächenarten die Spektralbereiche verschieden reflektieren. Sie besitzen Spektral-Signaturen, die bei der Auswertung von Satellitenbildern genutzt werden können.

Spektrale Eigenschaften und Anwendungsbereiche des Landsat TM

Die Aussagekraft der Bänder des ETM+-Sensors zeigt die folgende Tabelle:

Band Spektralbereich Bandgrenzen (µm) Spektrale Eigenschaften und Anwendungsbereiche
1 Blau 0,45 - 0,52 wird wegen der starken Absorption des Chlorophylls genutzt zur Unterscheidung von Boden und Vegetation, von Laub- und Nadelwald sowie zur Untersuchung von Gewässern wegen der hohen Eindringtiefe in Wasser (Plankton)
2 Grün 0,53 - 0,61 misst die in diesem Spektralbereich vergleichsweise hohe Reflexion von (gesunder) Vegetation an Land und im Wasser
3 Rot 0,63 - 0,69 (Minimum der Grünreflektion) misst die unterschiedliche Chlorophyllabsorption verschiedener Pflanzenarten (-> Unterscheidung von Pflanzenarten); Trennung von Bodentypen, Mineralgehalten
4 Nahes Infrarot 0,78 - 0,90 (Minimum der Chlorophyllreflexion) misst die in diesem Spektralbereich sehr hohe Reflexion gesunder Vegetation -> wird genutzt zur Abschätzung der Biomasse; Erkennung der Küstenlinien wegen geringer Eindringtiefe in Wasser
5 Kurzwelliges Infrarot 1,57 - 1,78 misst den Wassergehalt in Vegetation und Boden; unterschiedliche Reflexion von Schnee und Wolken; durchdringt dünne Wolken; sehr geringe Eindringtiefe in Wasser; hohe Reflexion von Gesteinen; geologische Kartierung
6 Thermales Infrarot 10,42 - 11,66 misst die von der Erde ausgehende Wärmestrahlung -> thermische Kartierung; Schäden und Stress von Vegetation; dringt in die oberste Bodenschicht ein -> Bodenkunde und Geologie
7 Kurzwelliges Infrarot 2,10 - 2,35 misst den Wassergehalt in Vegetation und Boden; geologische und bodenkundliche Anwendungen

http://www.uni-kiel.de:8080/ewf/geographie/forum/unterric/material/einf_fe/ewf_fe.zip
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Januar 2007

Wie die multispektralen Daten genutzt werden können, um die Eigenschaften der abgebildeten Erdoberfläche zu bestimmen, erläutert beispielhaft diese Seite.

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Dr. Heribert Becker